Haferkekse mit Kakaonibs


Ich bin dem Hafer verfallen. Klingt bekloppt, oder? Ausgerechnet sowas Langweiliges wie Hafer?
Ja. Hafer erinnert mich erstens immer an meine Kindheit: Wenn es damals "Haferflocken" gab, dann war damit eine Art Porridge gemeint. Haferflocken in Milch weichgekocht und dann mit Zucker bestreut gegessen. Das war für mich immer ein kleines Festessen, weil es das nicht täglich, sondern nur ausnahmsweise gab.

Zweitens besitze ich seit einiger Zeit eine Flockenquetsche - ich mache mir meine Haferflocken nun selbst. Diese selbst gequetschten Flocken sind im Vergleich zu gekaufter Ware nicht erhitzt und demzufolge wertvoller und etwas mehliger (sie lassen sich zwischen den Fingern verreiben). Ich liebe diese Art der Flocken - nicht nur im morgendlichen Müsli.

Drittens esse bzw. backe ich gern Kekse und teile diese Leidenschaft mit meiner Liebschaft. Und wir beide finden, dass Haferkekse ausgesprochen köstlich sind. Also gibt es häufig Haferkekse.

Und nun gibt es einen vierten Grund: Schottland. 


Unser diesjähriger Sommerurlaub führte uns nämlich genau dort hin - und wenn ich ja viel Schönes und Beeindruckendes im Vorfeld dieser zwei Wochen erwartet habe: Das Letzte, was ich mir vorstellen konnte, war, dass ich mir in Schottland fünf(!) neue Back- und Kochbücher bzw. zwei Bücher und drei Büchlein kaufen würde. Ich bin schwer beeindruckt von der köstlichen Einfachheit vieler schottischer Koch- und Backrezepte. Und mit Hafer werden dort nicht nur Kekse, Oatcakes oder Flapjacks gebacken und Porridge gekocht, sondern (jedenfalls den Büchern zufolge) auch zahlreiche pikante Hauptgerichte gestaltet. Und das schmeckt einzigartig lecker. 

Bevor ich aber nun beginne, meine neu entdeckte Liebe zur schottischen Küche hier auf meinem Blog zu präsentieren, will ich noch schnell ein Rezept posten, das vor unserem Urlaub für den notwendigen süßen Reiseproviant gesorgt hat. Es war mir - jedenfalls beim Backen - nicht bewusst, dass das ja auch die perfekte Einstimmung auf die kulinarische Seite Schottlands sein würde.

Die in meinem Rezept verwendeten Kakaonibs sind selbstverständlich nicht typisch schottisch (das sollte es ja auch gar nicht sein) und können gut - wie im Original-Rezept - durch gehackte Schokolade ersetzt oder ganz weggelassen werden. Ich mag die Nibs sehr gern, da sie so ein herrliches Rum-Aroma besitzen. Das Rezept stammt ursprünglich aus dem Buch "ke:ks" von Ilse König - ich habe es etwas abgewandelt und mit Hilfe von Dinkel-Vollkornmehl mit dem Prädikat "wertvoll" versehen. Ich finde das Buch übrigens sehr empfehlenswert.




Haferkekse mit Kakaonibs

ergibt ca. 36 Stück


180 g Rohrohrzuckermit
1 kleinen Ei und
1/2 TL gemahlene. Vanille

weißcremig schlagen (mit dem Handmixer).
100 g weiche Butter und
2 EL Rum (alternativ: Milch)
gründlich unterrühren.
Backofen auf 180°C vorheizen, zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
120 g Vollkornmehl aus Dinkelmit
1 Prise. Salz,
50 g Kakaonibs (alternativ: 100 g gehackte Schokolade oder Kuvertüre) sowie
80 g feinen Haferflocken
vermischen und unter die Zucker-Butter-Masse rühren.
Mit Hilfe von zwei Teelöffeln etwa walnussgroße Mengen Teig abstechen und mit großem Abstand auf ein Backblech setzen. Das Blech in den vorgeheizten Backofen schieben und ca. 15 min bei 180°C backen.
In der Zwischenzeit jeweils das nächste Backblech vorbereiten.

Guten Appetit!


Meine Bezugsquellen
(keine bezahlte oder sonstwie vergütete Werbung, Lebensmittel immer in Bio-Qualität)

Kommentare

  1. Deine Haferliebe kann ich gut verstehen - mein Morgen beginnt nämlich auch meistens mit Hafersuppe. Als Kind gab es die mit Milch, Zucker und zerlassener Butter, inzwischen mag ich sie lieber mit Hafermilch und Salz. Die Kekse sehen sehr lecker aus und werden auf jeden Fall nachgebacken! Hach, und nach Schottland will ich auch mal, aber das wird wohl erst, wenn die Kinder aus dem Haus sind...

    Ein schönes Wochenende wünscht dir
    Nicole

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    1. Lieben Dank für deinen Kommentar und das Teilen deiner Hafer-Gewohnheiten :)
      Schottland ist mindestens eine Reise wert und auf den ersten Blick tatsächlich nicht unbedingt das Reiseland für Kinder - es sei denn, sie lassen sich für olle Burgen und Schlösser oder das Kraxeln in den Bergen begeistern. Allerdings war ich sehr angetan von der kinderfreundlichen Gestaltung der historischen Stätten und Museen. Fast überall gibt es was zu tun für die Kinder - und sei es, "royale Teddybären" auf der berühmten Britannia zu entdecken und zu zählen. In Schottland wäre ich als Kind sicher gern in solchen Museen gewesen.

      Auch dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße quer über den Harz
      Antje

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